Anhand von Radar-Daten der Saturnsonde Cassini haben Forscher eine dreidimensionale Karte der Oberfläche von Titan erstellt, dem größten Mond des Ringplaneten. Dort machten sie eine geologische Formation aus, bei der es sich wohl um den ersten Kryovulkan im äußeren Sonnensystem handelt, der seinen heißen Cousins auf der Erde gleicht.
Vulkane, die statt glühender Lava kalte Flüssigkeiten ausspucken, sind nicht ungewöhnlich. Die bekanntesten Beispiele sind die Fontänen um den Südpol des Saturnmonds Enceladus. Hier treten die Auswürfe jedoch nicht in Calderen hervor, sondern in lang gezogenen Rissen, den „Tigerstreifen“.
In der Region von Sotra Facula auf Titan jedoch stießen die Forscher auf zwei Berggipfel von mehr als 1000 Metern Höhe. Sie tragen in ihrer Spitze kraterähnliche Vertiefungen – die ausgeprägteste reicht 1500 Meter nach unten –, an den Berghängen und im Tal zeigen sich die fingerähnlich ausgelappten Fließstrukturen. Dies sei der beste Beweis bisher für eine vulkanische Topografie auf einem der Eismonde des Sonnensystems. Ob die Region noch aktiv ist, sollen Folgebeobachtungen untersuchen.
Kirk, R. L. et al.: "La Sotra y las otras: Topographic evidence for (and against) cryovolcanism on Titan", 2010 Fall Meeting, AGU, San Francisco, Calif., 13-17 Dec 2010






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